Die letzte Reise
Ich fühle mich wie ein weiblicher Don Quijote. Auch ich kämpfe schon seit Jahren gegen Windmühlen. Allmählich schwinden nicht nur meine Kräfte, auch mein Wille geht immer mehr verloren .
Ich bin müde, müde von diesem Lebens voller Qualen und Tiefschlägen, müde von neuen Bekannten, die sich eines Tages als falsche Freunde heraus stellen. Müde von all diesen Enttäuschungen.
Die Tage werden immer dunkler, so langsam erlischt das Licht . Schatten der Hoffnungslosigkeit umklammern mich immer fester.
Die Finsternis ergreift immer mehr Besitz von mir.
Die letzten Jahre wurden mehr und mehr zur Qual. Seit nun schon 20 Jahren geht es ständig bergab. Zuerst ganz langsam , kaum merklich , aber inzwischen in einem so rasendem Tempo. dass es kaum noch zu ertragen ist.
Ich bin gefangen in mir selbst, unfähig meine Lage zu verbessern. Niemand kann das.
Und deshalb bitte ich euch : weint nicht um mich , sondern freut euch für mich , dass ich dieses verfluchte Leben endlich überstanden habe und alle körperlichen und seelischen Qualen endlich hinter mir habe.
Doch jetzt bin ich endlich frei!
Ich bitte euch: Schickt mich auf eine letzte Reise um die ganze Welt. Streut meine Asche ins Meer, damit ich wenigstens im Tod da sein kann , wo ich den Rest meines Lebens nicht mehr hin kam.
Lasst mich frei sein und schickt mich so um die ganze Welt.
Denkt immer daran: Wenn ihr einen Engel seht, dann seht ihr auch mich.
25.07.2021
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